Evangelische Kirche in Mellenthin

Die Dorfkirche in Mellenthin ist zwar das kleinste der drei Gotteshäuser am Lieper Winkel, doch verfügt sie als einzige der drei Kirchen über einen hohen, nach Westen weisenden Turm, der die übrigen Gebäude des Ortes überragt und für den Besucher einen weithin sichtbaren Anziehungspunkt bildet. Zwar ist der genaue Baubeginn der Mellenthiner Dorfkirche nicht dokumentiert, doch dürften der Chor und die Sakristei im 14. Jahrhundert, der Chorgiebel, das Langhaus und der Turm im 15. Jahrhundert errichtet worden sein. Auch die zum Teil noch aus dem Mittelalter erhaltene Innenausstattung der Mellenthiner Kirche belegt das eindrucksvolle Alter des Sakralbaus, so etwa der Opferstock unter der Orgelempore.   Zwei Plastiken, eine Pieta und eine Christusfigur, stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie sind derzeit, wie auch die zur Kanzel gehörende Figur des Laurentius, allerdings ausgelagert. Ein Mahlstein aus frühslawischer Zeit, das älteste Objekt der Kirche, wird heute als Weihwasserbecken genutzt und findet sich in der Mauer neben dem Eingang. Das unumstrittene Prunkstück des Mellenthiner Gotteshauses bildet jedoch sein reich ausgemaltes Chorgewölbe. Die Malereien datieren zum Teil aus der Zeit um 1420 und gelten als kunsthistorische Unikate auf der Insel Usedom, die den hohen regionalen Stellenwert der Mellenthiner Dorfkirche nachdrücklich verdeutlichen.